NO’ONO'O is pleased to present PORTAL, a solo exhibition by Bastian Gehbauer, featuring an eponymous body of work of eleven black-and-white photographs. A continuation of his visual language, Gehbauer’s Portal series (2020-2021) draws on his interrogation of abstraction and representation, principles of architecture, and notions of the sublime. Ordinary objects and places from his everyday surroundings serve as a point of departure for his reduced geometric compositions, where surface meets depth, and light meets its shadows. Detached from time and space, they form a backdrop to the unknown, at once blurring and expanding notions of representation and perspective.

A meditation on what abstraction within the photographic medium can be today is a constant in Bastian Gehbauer’s practice. His photographs, which he often refers to as “mental spaces”, suggest rather than disclose, imbuing seemingly ordered, vacant or static scenes with a sense of enigma and lyric sensibility. His pictures appear as spontaneous, everyday impressions, yet are meticulously thought-out mise-en-scènes of light and space, which aspire to question what’s beyond the explicitly shown. As observed in PORTAL, Gehbauer counterbalances his often-rigorous handling of composition and light with a cinematographic quality veiling the images in a mood of secrecy.

As suggested by the series’ title, Bastian Gehbauer uses the metaphor of the portal as an aperture, a transition from one place or instance into another, into a three-dimensional reality beyond. His portals –  a door, a window, a screen, … – function as architectural thresholds dividing spaces of inside and outside, here and there, in front of and behind, past and presence. Straddling the line between the figurative and the abstract, Gehbauer uses high resolution exposure techniques in order to render the visual reality – ordinary objects and spaces –  into minimalist, nearly monochrome compositions of intersecting surfaces and lines. By delineating areas of light and darkness with high optical clarity Gehbauer enhances the three-dimensional quality of the pictorial field, expanding it into space.

The windows in Scheiben, Zugang and Schwelle (all 2020) as well as the doors in Front (2020) and Spalt (2021) can be understood as portals to the outside world that plunge our view into a vast expanse beyond, into nothingness. With their ambivalent meaning for being both means of passage and barriers, the doors and windows, for Gehbauer, are an invitation to introspection. Also the screen in Monitor (2020) or the wall in Standpunkt (2021) can be read as frames that limit the view beyond, as in-between-worlds. Both photographs are indicative of the artist’s continuous exploration of light and reflection on various levels: whereas the shadows in Monitor (2020) appear as pure formal elements creating depth, in Standpunkt (2021) they also suggest a projection of the observer, a dialogue with one's own shadow.

The rooms in Areale (2020), Brüstung (2020), untitled (2020) and Fuge (2021) further epitomise Gehbauer’s pursuit of organising pictorial space through geometry and order in his aspiration to spawn expressions of the sublime. In these four works, Gehbauer schematises space in minimal simplicity, carefully staged in two-tone compositions of high contrasting black-and-white, or in purely white planes merely distinguished by their shadows. Despite their strict formal aspect, the images evoke a sense of quietness, solitude or suspense: an empty classroom, the infinite void of an office space, a sterile bedroom – spaces, which may act as “vehicles of one’s individual‘s psychology”. As such, the narrow aperture in the ceiling’s panel of Fuge (2021), more than raising questions as to what’s concealed behind (cables, fans and alike), can be read as a portal to another, metaphysical dimension.

Ultimately, we can look at Bastian Gehbauer’s photographs as near-abstractions, simultaneously concrete and illusionistic, hyperrealistic and dreamlike, matter-of-fact and enigmatic. In his personal approach towards synthesising abstraction and representation, Gehbauer extends the very act of seeing and contemplation.

- Alexia Timmermans 



NO'ONO'O freut sich, Bastian Gehbauers Einzelausstellung PORTAL, die eine gleichnamige Werkgruppe von elf Schwarz-Weiß-Fotografien umfasst, zu präsentieren. In Gehbauers Portal Serie (2020-2021) sehen wir eine Fortführung seiner Bildsprache, die auf seiner Befragung von Abstraktion und Gegenständlichkeit, der Auseinandersetzung mit Architekturprinzipien hin zum Ausdruck des Sublimen basiert. Vertraute Objekte und Orte aus seiner alltäglichen Umgebung dienen ihm als Ausgangspunkt für die Schaffung reduzierter geometrischen Kompositionen, in denen Oberfläche auf Tiefe, und Licht auf Schatten trifft. Losgelöst von Zeit und Raum bilden sie eine Kulisse für das Unbekannte, wobei sie zugleich gängige Vorstellungen von Repräsentation und Perspektive überspielen.
Die Reflektion darüber, was Abstraktion innerhalb des fotografischen Mediums heute sein kann, ist eine Konstante in Bastian Gehbauers Praxis. Seine Fotografien, die er oft als "geistige Räume" bezeichnet, suggerieren eher, als dass sie offenbaren, und verleihen scheinbar geordneten, leeren oder statischen Szenen, ein Gefühl von Rätselhaftigkeit und lyrischer Sensibilität. Obwohl seine Bilder teils spontan wirken sind sie das Ergebnis von sorgfältig durchdachten Kompositionen aus Licht und Raum, die danach streben zu hinterfragen was jenseits des explizit Gezeigten liegt. Wie in PORTAL beobachtet werden kann, unterstreicht Gehbauer neben seinem oft rigorosen Umgang mit Komposition und Licht, eine kinematografische Qualität, die die Bilder in eine geheimnisvolle Stimmung hüllt.
Wie der Titel der Serie andeutet, nutzt Bastian Gehbauer die Metapher des Portals als eine
Öffnung, einen Übergang von einem Ort oder Moment in einen anderen. Seine Portale – eine Tür, ein Fenster, ein Bildschirm, ... – fungieren als Schwellen, die Räume von innen und außen, hier und dort, davor und dahinter, Vergangenheit und Gegenwart, trennen. Im Spannungsfeld von Gegenständlichkeit und Abstraktion setzt Gehbauer hochauflösende Aufnahmetechniken ein, um die visuelle Realität – alltägliche Objekte und Räume – in minimalistische, fast monochrome Kompositionen aus sich überschneidenden Flächen und Linien zu überführen.

Die Fenster in Scheiben, Zugang und Schwelle (alle 2020) sowie die Türen in Front (2020) und Spalt (2021) können als Portale zur Außenwelt verstanden werden, die den Blick in ein weites Nichts stürzen. Mit ihrer ambivalenten Bedeutung sowohl als Durchgangsmöglichkeit als auch Barriere sind die Türen und Fenster für Gehbauer eine Einladung zur Introspektion. Auch der Bildschirm in Monitor (2020) oder die Wand in Standpunkt(2021) können als Rahmen oder Zwischenwelten, die den Blick ins Nichts lenken, gelesen werden. Beide Fotografien sind für die vom Künstler kontinuierliche Auseinandersetzung mit Licht und Reflektion auf verschiedene Bedeutungsebenen bezeichnend: während die Schatten in Monitor (2020) als rein formale Elemente erscheinen, die Tiefe erzeugen, suggerieren sie in Standpunkt (2021) darüber hinaus eine Projektion des Betrachters, einen Dialog mit dem eigenen Schatten.

Auch die Räume in Areale (2020), Brüstung (2020), untitled (2020) und Fuge (2021) verkörpern Gehbauers Streben, den Bildraum durch Geometrie und Ordnung zu organisieren, und gleichzeitig Ausdrucksformen des Sublimen hervorzubringen. In diesen vier Arbeiten inszeniert Gehbauer den Raum in minimaler Einfachheit, indem er ihn akkurat in zweifarbigen Kompositionen aus kontrastreichem Schwarz-Weiß oder in rein weißen Flächen, die sich nur durch ihre Schatten unterscheiden, zeigt. Durch ihre formale Strenge evozieren die Bilder ein Gefühl von Ruhe, Einsamkeit oder Spannung: ein leeres Klassenzimmer, die unendliche Leere eines Büroraums, ein steriles Schlafzimmer – Räume, die als "Vehikel der Individualpsychologie" fungieren können. So wirft die schmale Öffnung in der Deckenplatte von Fuge (2021) nicht nur die Frage auf, was sich dahinter verbirgt (Kabel, Ventilatoren usw.), sondern kann auch als Portal zu einer anderen, metaphysischen Dimension gelesen werden.
Letztlich können wir Bastian Gehbauers Fotografien als Beinahe-Abstraktionen betrachten, gleichzeitig konkret und illusionistisch, hyperrealistisch und traumhaft, sachlich und rätselhaft. In seiner persönlichen Annäherung an die Synthese von Abstraktion und Gegenständlichkeit erweitert Gehbauer den Akt des Sehens und der Kontemplation.

- Alexia Timmermans