KOMPONENTE    



Components are segments of a whole, but can also be autonomous, standing for themselves. They stand both for the whole and for its individual parts. At the same time, they are a cell and a whole body. Likewise, concrete is a building material consisting of components: sand, water and cement. Combining these single elements with each other leads to a compound. Regular formwork defines basic shapes of the initially liquid concrete. It defines its character and inscribes itself into the surface of the material. What is left is the negative of a positive. Working with formwork is about returning to the basic shapes of architecture, of geometry – or mathematical sign systems. At the same time, these moulds create a kind of architecture en miniature, evoking the high-rise buildings of classical modernism, the creations of Le Corbusier or of Oscar Niemeyer. Formwork is a connected system: as a single object, it refers to the entire system of a building and within even the smallest part, we find an embodiment of the whole construction. At the same time, a striking ambivalence between room and surface comes to the foreground, a graphic abstraction which has interested me for a long time in my photography. My starting point was to examine these moulds as positive and negative constructions, expressing the principle of transmission of the one into the other: as an imprint of the formwork shell into its concrete counterpart. I am fascinated by this process well known from printing and sculpture, of course, but also from analogue photography, where a reflection of the world inscribes itself, through light, into the emulsion of the film. So it is also about the Idea of a trace, relicts that evidence much earlier actions, surviving through their materialization in a new medium.

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Komponenten sind Teilstücke eines Ganzen, können aber auch autonom für sich sein. Sie stehen für das Gesamte, wie für das Einzelne. Sie sind gleichsam Zelle wie Körper. Beton ist ein Komponentenbaustoff aus Sand, Zement und Wasser. Durch die Vereinigung der einzelnen Teile miteinander ergibt sich ein Verbund. Eine einfache Bauschalung definiert Grundformen des zunächst flüssigen Betons, sie gibt den Charakter vor und schreibt sich unmittelbar in die Oberfläche des Materials ein. Es bleibt ein Negativ vom Positiv.
Es geht um Grundformen der Architektur, der Geometrie, um Bauschalungen die in ihren Basiskonstruktionen aussehen wie Zeichensysteme der Mathematik. Gleichzeitig erkennt man in ihnen Architekturen im Miniaturformat, Hochhausbauten die auf die klassische Moderne verweisen können, wabenhafte Riegelbauten Le Corbusiers oder Oscar Niemeyers. Die Schalungskörper sind Verbundsysteme, die als Einzelobjekte auf das Gesamtsystem eines Gebäudes Bezug nehmen, im kleinsten Teil wird auf das große Ganze referiert.
Des Weiteren tritt die Ambivalenz zwischen Fläche und Raum in den Vordergrund, die mich seit jeher in der Fotografie beschäftigt, eine grafische Abstraktion, eine Addition von Flächen im Raum.
Der Ausgangspunkt ist das Bestreben diese Gussformen als Positiv und Negativkonstruktion zu untersuchen. Das Prinzip der Übertragung des einen in das Andere, also der Abdruck der Schalungshaut im Beton. Mich fasziniert dieser Vorgang, den man natürlich aus der Plastik und dem Druck kennt, aber vor allem auch aus der analogen Fotografie - wo sich die Umwelt in der Emulsion einschreibt. Es geht also auch um die Idee der Spur, Relikte, die von einem vergangenen Vorgehen zeugen und sich in einem neuen Medium materialisiert haben.